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Kloster des heiligen Georg, Vikářská- und Jiřská-Strassen

Zu den ältesten erhaltenen Bauten in der Prager Burg gehört das St. Georg- Frauenkloster (klášter sv. Jiří). Die Barockstirnseite beinhaltet die Basilika aus dem Jahre 920 n. Chr., die von St. Wenzels Vater, dem Fürsten Vratislav I., gegründet wurde. In den Klosterräumen ist nun die Nationalgalerie (Národní galerie) mit ihren Sammlungen aus der Zeit von Rudolf und des Barock angesiedelt (H. von Aachen, B. Spranger, A. de Vries, K. Škréta, P. J. Brandl, V. V. Reiner, F. M. Brokoff, M. B. Braun).

Sankt-Georg-Basilika - Südtympanon (1515), Foto: Libor Sváček, archiv Vydavatelství MCU s.r.o.

Die Inneneinrichtung der St. Georg- Basilika ist das Ergebnis von Reparaturen aus der Hälfte des 12. Jahrhunderts. Das Kloster selbst wurde 973 n. Chr. gegründet. Es ist das älteste Kloster in unserem Land und war als Erziehungsanstalt für die adeligen Mädchen des böhmischen Königsreichs gedacht. In der Klosterkirche sind die Fürsten des Hauses Přemysl bestattet, u.a. auch der Gründer der Kirche Vratislav I. († 921), seine Mutter, die Großmutter von St. Wenzel – St. Ludmila († 921). Die spät romanischen Wandgemälde aus der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts schmücken das Gewölbe der Apsiden des Mittelschiffes sowie die Gewölbe beider Seitenschiffe. Das südliche Renaissanceportal der Basilika St. Georg zeigt ein Tympanon mit St. Georg bei der Tötung eines Drachens, vermutlich das Werk von B. Ried (1515).

Mihulka-Turm (um 1500), Foto: Libor Sváček, archiv Vydavatelství MCU s.r.o.

An der Nordseite des Sankt-Georg- Platzes (Svatojiřského náměstí) befindet sich die Vikářská-Gasse. Von hier ist es möglich, bis zur nördlichen Befestigung mit dem Artillerieturm Mihulka zu gehen, der von B. Ried gegen Ende des 15. Jahrhunderts erbaut wurde. Der Turm diente nie zu kriegerischen Zwecken. Der Bronzeschmied T. Jaroš wohnte dort. Unter Rudolf II. befanden sich dort die Werkstätten der Alchimisten und später ein Schießpulverlager, das im Jahre 1645 explodierte. Der Turm war so stabil gebaut, dass er der Explosion standhielt.

Georgs-Gasse (Jiřská ulička), Foto: Libor Sváček, archiv Vydavatelství MCU s.r.o.

Entlang der Südseite des Sankt-Georg- -Klosters zweigt die Jiřská-Gasse (Jiřská ulička) ab. Auf der anderen Seite vom Heiligen Georg ist sie mit einer klassizistischen Komtessenanstalt umrahmt, die nach 1753 (gemäß der Projekte von N. Pacassi) an der Stelle des Rosenberger Renaissancepalastes entstand. Die Jiřská-Gasse verläuft entlang des Lobkowitzer Palastes (hier befindet sich ein Teil der Sammlungen des Nationalmuseums) und den Renaissancegebäuden der Burggrafschaft (1555) zum romanischen Schwarzen Turm.

Alte Schlossstiege, Foto: Libor Sváček, archiv Vydavatelství MCU s.r.o.

Das Areal der Höchsten Burgschaft (mittelalterliches Regierungspräsidium) wurde stark erneuert, aber die Inneneinrichtungen bewahrten einen Teil der ursprünglichen Ausstattung. Der romanische Schwarze Turm (Černá věž) aus dem Jahre 1135 diente als Gefängnis. Neben dem Schwarzen Turm steht das östliche Tor im Renaissance- Stil (nach 1560), das sich in Richtung der Alten Schlosstreppen auf der Kleinseite und Opyš befindet, wo sich an der Stelle der ursprünglichen Befestigung eine wunderschöne Aussichtsterrasse erstreckt. Von hier aus kündigte ein Kanonenschuss den Pragern die Mittagszeit an.

Goldene Gasse auf der Prager Burg, Foto: Libor Sváček, archiv Vydavatelství MCU s.r.o.

Von der Jiřská-Gasse kann man weiter in das Goldene Gässchen (Zlatá ulička) einbiegen. Die pittoreske Renaissance-Bebauung schließt sich an die Burgbefestigung an und zeigt, wie die damals zahlreichen Häuser für das Dienstpersonal und die Garnison aussahen. Hier wohnten zunächst „unnütze Knechte“, seit 1591 Burgschützen und später auch Goldschmiede. Franz Kafka lebte hier ebenfalls für kurz Zeit (1916–1917).